Integration kann nicht staatlich verordnet werden

22.01.2016

causa.tagesspiegel: Die Silvesternacht von Köln zeigt die Probleme bei der Integration von Muslimen in die deutsche Gesellschaft. Ein Gastbeitrag von Dr. Hans-Peter Friedrich, MdB

Was in Köln (und anderen Städten) in der Silvesternacht passiert ist, hat Deutschland erschüttert. Überraschen kann jedoch lediglich das Ausmaß der Gewalttaten am Kölner Hauptbahnhof. Je fremder die Kultur eines Herkunftslands ist, desto größer ist der Integrationsbedarf, also der Anpassungsbedarf an unsere Kultur. Die Kölner Silvesternacht wirft ein grelles Schlaglicht auf die Probleme mit Menschen aus dem islamischen Kulturkreis, vor allem aus Nordafrika. Sie bringen häufig ein archaisches Verständnis von Geschlechterrollen, von Familie und Gesellschaft mit, das unserer freiheitlichen, vielfältigen Kultur zuwiderläuft. Die Straftaten von Köln sind auch Ausdruck der kulturellen Prägung der Täter. Sie können deshalb nicht überraschen.

Jeder Neuankömmling muss unsere Gesetze respektieren, das ist eine Selbstverständlichkeit. Der Rechtsstaat muss selbstbewusst und im Zweifelsfalle auch robust durchgesetzt werden. Unsere Kultur umfasst aber mehr: Auch jenseits der Gesetze gibt es in jeder Gesellschaft eigene Regeln und Traditionen, die sich über Jahrhunderte herausgebildet haben. Wer hier bei uns leben möchte, muss dies respektieren. Deshalb kann Integration nicht staatlich verordnet werden, Integration ist eine Leistung der ganzen Gesellschaft: der Schulen und Unternehmen, der Vereine und Kirchengemeinden. Denn Integration bedeutet, Neuankömmlinge in der Mitte der Gesellschaft aufzunehmen – sofern diese es denn zulassen.

Die Integrationsbereitschaft unserer Gesellschaft ist enorm, die letzten Monate haben dies bewiesen. Aber sie ist selbstverständlich nicht grenzenlos: Drei oder vier Flüchtlingskinder in eine ansonsten deutschsprachige Klasse zu integrieren, ist eine große Herausforderung für Lehrer, Schüler und Eltern. Zwölf oder 14 Kinder zu integrieren, ist hingegen praktisch unmöglich. Deutschland stößt an die Grenze seiner Integrationsfähigkeit, nicht nur am Kölner Hauptbahnhof.

Deshalb müssen wir die unkontrollierte Zuwanderung sofort stoppen. Das sind wir nicht nur unseren Bürgern schuldig, sondern auch all denen, die wirklich Anspruch auf Asyl in unserem Land haben.

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