Wunsiedel: Neue Mannschaft vor großen Herausforderungen!

26.07.2020

Die Folgen der Coronapandemie für die Luisenburg, das Wasserstoffprojekt „WUN H2“ und der Tourismus standen im Mittelpunkt der Gespräche zwischen dem hochfränkischen Bundestagsabgeordneten Dr. Hans-Peter Friedrich und dem neuen Bürgermeister von Wunsiedel, Nicolas Lahovnik, sowie Vertretern des Stadtrats.

Die Festspielstadt Wunsiedel ist von der Coronakrise besonders hart getroffen. Während Gewerbesteuerausfälle und Haushaltsprobleme alle Gemeinden treffen, hat Wunsiedel mit den Einnahmeausfällen der Luisenburg-Festspiele eine zusätzliche Mammutaufgabe vor sich. Kaum eine andere kulturelle Institution erzielt so viele Einnahmen aus Zuschauererlösen wie die Festspiele der Luisenburg. Genau dieser Erfolg wird in Coronazeiten und der Absage der  Festspiele zum Problem. Während andere Kultureinrichtungen mit der staatlichen Förderung ihre Fixkosten ohne weiteres decken können, sieht sich Wunsiedel einer erheblichen Finanzierungslücke gegenüber. Der Bundestagsabgeordnete sagte Bürgermeister Lahovnik jede Unterstützung bei den Gesprächen mit Bund und Land zu. „Die Festspiele sind ein Aushängeschild der Region weit über die Landkreisgrenzen hinaus und geben dem Fichtelgebirge als Kulturraum eine besondere Prägung.“, so Friedrich. Bürgermeister Lahovnik und seine Stadträte zeigten sich entschlossen, alles zu unternehmen, um die Fortsetzung der Festspiele ohne Einschränkungen in der Zukunft gewährleisten zu können.

Hohe Priorität hat für die Stadt Wunsiedel auch die Fortsetzung des so genannten „Wunsiedler Weges“, mit dem eine Blaupause für die erfolgreiche Energiewende in ganz Deutschland gelungen sei, so Nicolas Lahovnik. Ebenso wie der Bürgermeister und die Vertreter der Stadtratsfraktionen sieht Friedrich den Energieträger Wasserstoff als ein Schlüsselelement für das Gelingen der Energiewende an. „Wunsiedel ist mit seinem Energiekonzept, das alle Bereiche von Strom über Wärme und Mobilität zusammen denkt, deutschlandweit Vorreiter.“, so der Bundestagsabgeordnete. Wunsiedel sei so weit voraus, dass selbst die Wasserstoffoffensiven von Bund und Land sich anstrengen müssen, hinterherzukommen. Trotzdem hoffe er, dass die geplanten Fördermöglichkeiten auch für Wunsiedel rechtzeitig aktivierbar seien.

Eine lebhafte Diskussion entwickelte sich zum Thema Tourismus im Fichtelgebirge. Man war sich einig, dass gerade in Coronazeiten, in denen der Urlaub im Inland sich neuer Beliebtheit erfreut, der richtige Zeitpunkt für eine Investitionsoffensive in diesem Bereich sei. Die Stadträte kritisierten in diesem Zusammenhang, dass die Tourismusförderung nicht Pflichtaufgabe der Kommunen sei und deswegen als „freiwillige Leistungen“ regelmäßig dem Rotstift zum Opfer fielen. Wenngleich die Investitionen im Tourismus von Privaten kommen müssten, sei die öffentliche Hand dennoch in der Pflicht, gute Rahmenbedingungen für den Tourismus zu schaffen.

Beim Zukunftsthema Digitalisierung geht der Stadtrat in Wunsiedel als Vorbild voran. Alle Einladungen, Sitzungsunterlagen und Protokolle würden nur noch online, das heißt ohne Papierverbrauch übermittelt. Friedrich sagte dazu: „Während andere abwarten, hat in Wunsiedel die Zukunft bereits begonnen.“